RSO ORCHESTERAKADEMIE

 

    

RSO-Orchesterakademie der Musikhochschule Stuttgart

SWR-Hörfunkdirektor Bernhard Hermann (links im Bild) und Rektor Prof. Dr. Werner Heinrichs unterzeichneten am 16. Juni 2008 den Vertrag über die neue Orchesterakademie, die vom Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR und der Musikhochschule Stuttgart gemeinsam getragen wird.
Für Rektor Heinrichs „bietet die Akademie unseren Studierenden die einmalige Chance, schon während des Studiums die Arbeit in einem international renommierten Orchester unmittelbar kennenzulernen und dabei - im Unterschied zu einem Praktikum - intensiv betreut zu werden.“ Umgekehrt hob Hörfunkdirektor Hermann hervor, dass für das Radio-Sinfonieorchester und seine Dirigenten die Akademie eine hervorragende Gelegenheit sei, auf die Förderung der besten Talente unmittelbar Einfluss zu nehmen, weil man genau diese Talente als Nachwuchsspieler dringend benötige.

Eine Orchesterakademie dient dem Ziel, besonders begabte Musikstudenten aus den Orchesterfächern durch eine betreute Einbindung in ein renommiertes Orchester auf ihren künftigen Beruf vorzubereiten. Das geschieht im Idealfall durch eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Mentor aus dem Orchester und dem Hauptfachlehrer der Hochschule.
Sir Roger Norrington, der das Hochschulsinfonieorchester bereits als Gastdirigent geleitet hat, unterstützt das Projekt und hat zugesagt, dass Akademiestudenten auch unter seiner Leitung im Orchester spielen dürfen. SWR-Intendant Peter Boudgoust hat sich ebenfalls für die gemeinsame Orchesterakademie ausgesprochen. Hochschulrat und Senat der Musikhochschule begrüßen ausdrücklich die Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem RSO.

Konkret ist vorgesehen, dass das RSO jährlich vier bis sechs Akademieplätze zur Verfügung stellt. Den Akademie-Stipendiaten werden folgende Leistungen zugesagt:

- Teilnahme an vier bis sechs Projekten des RSO, davon mindestens an einem Projekt mit Neuer Musik;
- mindestens ein Projekt wird vom Chefdirigenten des RSO geleitet;
- die Akademie-Stipendiaten werden von Mentoren des RSO betreut;
- die Betreuung der Mentoren schließt den orchesterspezifischen Unterricht mit ein.
- Perspektivisch ist auch die Ausdehnung auf die Kammermusik geplant.

Die Vergabe der Akademieplätze erfolgt im Rahmen eines hochschulinternen Wettbewerbs. Dabei findet die Vorauswahl unter der Federführung der Musikhochschule und die Entscheidung unter der Federführung des Radiosinfonieorchesters statt. Die Akademieplätze werden von den Studierenden studienbegleitend belegt, d.h. die Studierenden bleiben während der Zeit ihrer Akademieteilnahme weiterhin als ordentliche Studierende eingeschrieben. Die Bereitstellung von Praktikantenplätzen im RSO wird durch die Orchesterakademie nicht berührt.
Die Akademie-Stipendiaten erhalten von der Orchesterakademie ein „Coaching on the job“, d.h. sie werden von je einem Mentor des RSO betreut, der während der Akademiephase engen Kontakt zum jeweiligen Hauptfachlehrer der Musikhochschule hält. Die Arbeit in der Orchesterakademie und die Betreuung der Mentoren beziehen sich vorrangig auf Themen, die sich unmittelbar aus der Arbeit im Orchester ergeben. Wie dies in anderen Orchesterakademien ebenfalls üblich ist, erhalten die Akademie-Stipendiaten ein Stipendium; es soll sich je Semester auf 1.000 € belaufen. Diese Stipendien und sämtliche anderen Kosten der Orchesterakademie werden über Zuschüsse von Stiftungen finanziert.