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FIGURENTHEATER IST ...

 

 

... substanziell – weil wir uns der Konstruktion von künstlichen Körpern verschrieben haben. Wir beleben Unbelebtes und machen uns selbst zum Objekt. Wir konstruieren Körper, auf der Bühne und im Kopf der Zuschauer.

... gierig – weil es in den benachbarten Künsten wildert. Vom Museum auf die Bühne, vom Schauspiel zum Tanz und in die Performance – wir vergrößern die Schnittmenge, wir spannen Bögen und schaffen Neues.

 

... bescheiden – weil wir hinter dem Material zurücktreten können. Es geht darum, die Dinge zu bewegen. Das bewegt uns. Wir spielen mit Puppen – und meinen es verdammt ernst.

... gefährlich – weil es eigene Welten kreiert. Vom Bau der Puppen und Objekte zum Spiel, von der Konzeption bis zum Einleuchten der Szenerie, jeder Figurenspieler ist auch Schöpfer eines eigenen Kosmos.

 

... phantastisch – weil es Spiel ist. Beim Ausprobieren überfallen uns die unglaublichsten Ideen. Was zählt, ist der Versuch, die Beobachtung, das Experiment. Wenn wir mit den Dingen spielen, spielen die Dinge mit uns.

... kleinlich – weil es Gigantisches verwinzigt. Große Dinge passen auf kleinste Bühnen, die Weltkugel in eine Hand und Elefanten in die Hosentasche. Figurentheater zerspielt die Dimensionen.

 

... verdreht – denn unsere Welt steht Kopf. Was tot ist, kann lebendig sein, wir wechseln Geschlechter und Standpunkte wie alte Wäsche, und wenn wir wollen, können alle fliegen.

... brisant – denn es wirft wichtige Fragen auf. Wer manipuliert hier wen? Was ist Leben? Wie lebendig sind wir? Gibt es ein Leben in den Dingen? Bin ich Material?

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